Eine Kalirückstandshalde zu begrünen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Es braucht viele Experten, Versuchsreihen, Gutachten, Genehmigungsphasen … .

Wer sich die Halde Friedrichshall heute und damals anschaut, stellt fest: Das Ergebnis rechtfertigt den Aufwand. Schon heute haben auf der Halde viele Pflanzen- und Tierarten einen neuen Lebensraum gefunden. Und es werden immer mehr.

Wie fing alles an?

Von 1905 bis 1982 wurde im Kaliwerk Friedrichshall in Sehnde Kalirohsalz abgebaut. Der nicht verwertbare Anteil an Rückstandssalz nach Versatz im Bergwerk wurde über Tage aufgehaldet. In den vielen Jahren entstand auf einer Grundfläche von ca. 30.000 m² eine Halde mit 19 Millionen Tonnen Rückstandsmaterial.

Um einen Eintrag von Salz in den Boden (z. B. über den Abfluss mit Regenwasser) zukünftig auszuschließen und um eine bessere Einbindung in das Landschaftsbild zu erreichen, wurde nach der Stilllegung des Produktionsbetriebes beschlossen, die Halde mit geeigneten Baustoffen abzudecken.

1972 Das Werk produziert noch

1995 Das Projekt beginnt

2007 Teile der Halde sind begrünt

2015 Die Halde ist fast vollständig grün

 

Das Verfahren

Boden und Baustoff werden nach einem sehr genau definierten Verfahren in mehreren Schichten auf der Halde eingebaut. Es entsteht eine Abdeckung, deren oberste Schicht dauerhaft begrünt wird. Die Behörden überwachen diesen mehrschichtigen Aufbau der Abdeckung. Welches Material aufgebracht werden darf, ist in der Genehmigung festgelegt und entspricht den strengen deutschen Umweltgesetzen. Am Ende wird aus dem weißen, fremd anmutenden Berg ein grüner Berg geworden sein, der kein Salzwasser mehr abgibt und das Landschaftsbild aufwertet. Für seine künftige Nutzung sind attraktive Szenarien denkbar.

Grafik: Haldenbegrünung

 

Wie sieht die Zukunft aus?

Nach Abschluss der Haldenabdeckung in Sehnde soll die Kalirückstandshalde in Wathlingen (Landkreis Celle) nordöstlich von Hannover nach dem gleichen Verfahren abgedeckt werden. Unsere Experten arbeiten schon intensiv an diesem Folgeprojekt.

Die Förderung und Aufbereitung von Rohstoffen ist mit Eingriffen in die Natur verbunden. Unser Ziel ist, die Auswirkungen möglichst gering zu halten und Lösungen für ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen zu finden.